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Levke Harders deposited Harders, Levke: Geschlechtstypische Ungleichheiten im wissenschaftlichen Feld, in: Wissen-schaftlerinnen-Rundbrief. Freie Universität Berlin (2007) 3, 10-15. on Humanities Commons 2 years, 8 months ago
Überarbeitete Fassung des Vortrags im Rahmen
der Podiumsdiskussion „28:12 – warum der Weg
für Frauen ins ZIB weit ist“ am 26.6.2007 im
Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik
Berlin (ZIB)Der fortgesetzte Ausschluss der Frauen aus der
Wissenschaft ist historisch, strukturell und
epistemisch bedingt. Die historische Entwick-
lung des Universitätswesens mit seiner dis-
ziplinären Ausdifferenzierung seit dem
19. Jahrhundert hat für das heutige akademische
System zwei wichtige Konsequenzen: Erstens
setzt das Humboldtsche Universitätsmodell
Ungleichheit automatisch voraus. Jeder Qualifi-
kationsschritt, jede Karrierestufe beruht sowohl
auf einer zu erbringenden Leistung als auch auf
deren Bewertung durch Betreuer/innen und
Kolleg/innen. Zweitens ist ein Idealbild
des‚Wissenschaftlers’ entstanden. Diese Person
müsse ihren Beruf als Berufung verstehen oder,
wie es Max Weber formuliert hat, Wissenschaft
als Beruf begreifen, und daher mit Leidenschaft
betreiben. Dies bedeutet, diszipliniert und
selbstbeherrscht zu arbeiten, und ist insbesonde-
re mit Vorstellungen von Rationalität und Ob-
jektivität verbunden. Gerade diese in der Wis-
senschaft herrschende Norm der Rationalität
und Objektivität macht es schwierig, die ge-
schlechtliche Einfärbung von Interaktionen wie
z. B. bei der Leistungsbewertung überhaupt zu
erkennen.