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Levke Harders deposited Disziplinäre Kultur und Geschlecht: Annette Kar Baxter in den American Studies on Humanities Commons 2 years, 8 months ago
„Indeed, in its explosive generation of hypotheses, Women’s Studies in the 1970s resembles American Studies in the 1950s“, konstatierte die Amerikanistin Annette Kar Baxter (1974: 433). Sie beschrieb damit den Wandel des Faches American Studies, das sich seit den sozialen Bewegungen der 1960er Jahre inhaltlich und methodisch weiterentwickelte, indem es Ansätze der neuen Black Studies, Women’s Studies, American Indian Studies u.Ä. integrierte. Innerhalb der American Studies wurde dieser Prozess vielfach als Krise und Niedergang wahrgenommen, während Baxter dagegen die Chancen einer Neukonzeption erkannte. Nach dem Ersten Weltkrieg entstanden, hatte sich American Studies als
Hochschulfach und Wissensgebiet seit den 1930er Jahren in den USA etabliert, um die Einzigartigkeit der US-amerikanischen Gesellschaft, Geschichte und Literatur zu erforschen. Die Institutionalisierung der Disziplin führte in der Nachkriegszeit zu Professionalisierungsprozessen, die Wissensformen und -praktiken hervorbrachten, die mit geschlechterkonstituierenden Differenzierungen einhergingen. Diese Entwicklung hatte zur Folge, dass in den 1950er und 1960er Jahren weibliche sowie nichtweiße Fachvertreter_innen zunehmend aus dem Zentrum der Disziplin ausgeschlossen wurden, obwohl sie sie an vielen Orten mit aufgebaut hatten. Mit den Bürgerrechts-, Frauen- und anderen sozialen Bewegungen forderten diese Amerikanist_innen jedoch ab Mitte der 1960er, verstärkt ab den 1970er Jahren epistemologische und strukturelle Veränderungen innerhalb des Faches ein. Hierzu gehörte die Integration neuer Forschungsfelder wie der Frauenforschung