• Die oft als »Allgemeine Kirchenbeichte« bezeichnete Form der Offenen Schuld1 begegnet auch unter dem Titel »Luthers Beichtgebet«, obwohl Untersuchungen, die sich mit der Geschichte des Gebets beschäftigt haben, keinen näheren Anhaltspunkt dafür liefern. Dieser Beitrag fragt zunächst nach den Ursprüngen des Gebetsformulars und damit der Möglichkeit, einen Verfasser ausfindig zu machen. Außerdem sollen Wirkungs- und Verbreitungsweg des Beichtgebetes deutlicher nachgezeichnet werden, als dies in der bisherigen Literatur der Fall ist und die Berührungspunkte, die es auf diesem Weg mit dem Wirken Luthers gekreuzt hat, deutlich gemacht werden. Historisch untermalt werden soll zudem die Beobachtung, dass das Beichtgebet bis heute eine besondere Rolle in der sächsischen Landeskirche spielt.