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Christoph Lange deposited Beduinität und Authentizität im syrischen Fernsehdrama. Eine medienethnologische Analyse am Beispiel der Serie Finğān ad-Dam in the group
Anthropology on Humanities Commons 8 years, 1 month ago Die massenmediale Durchdringung des Alltagslebens ist ein globales Phänomen und stellt die sozialwissenschaftliche Forschung vor wichtige Fragen. Wie beeinflussen Technologien von Film und Fernsehen die Wahrnehmung der uns umgebenden Welt? Oder bestimmt umgekehrt unsere soziokulturelle Wirklichkeit diese Technologien? Welche Akteure sind bei der Gestaltung der Medienlandschaften beteiligt, und was lässt sich daraus über ihre sozialen Beziehungen sagen?
In meiner Magisterarbeit „Beduinität und Authentizität im syrischen Fernsehdrama” gehe ich diesen Fragen am Beispiel der in der arabischen Welt äußert populären Ramadan-Serien nach. Im Zentrum der medienethnologischen Analyse steht das besondere Genre der Beduinenserien und die darin thematisierten Darstellungen beduinischer Lebenswirklichkeit und Geschichte. Am Fallbeispiel der 2009 ausgestrahlten syrischen Fernsehserie Finğān ad-Dam (Ein Becher voll Blut) unternehme ich anhand der Schlagwörter ›Beduinität‹ und ›Authentizität‹ eine Reise zu den an der Produktion beteiligten Akteuren, liefere eine inhaltsanalytische Betrachtung der Serie und versuche so, den Gründen des 2008 verhängten und später wieder aufgehobenen Ausstrahlungsverbots auf die Spur zu kommen.
Die in Syrien unternommene Forschung widmet sich dem Komplex der Selbst- und Fremdrepräsentation arabischer Beduinen auf den Bühnen populärer Inszenierungen, die von der Nomadismusforschung bislang oft vernachlässigt wurden. Im Lichte der politischen Umbrüche und gewaltvollen Veränderungen des ›arabischen Frühlings‹ ist die hier unternommene Reise in das Milieu der syrischen Filmschaffenden und Intellektuellen nunmehr auch als ein Fragment der jüngsten Geschichte Syriens zu betrachten.